H.Haccius

 

Zanket nicht auf dem Wege.
1.Mose 45,24.

Friedenskinder sollen wir sein, und wenn wir es immer wären, schon wenn nur diejenigen, die immer beisammen sind und einander am nächsten stehen, niemals zankten auf dem Weg, so wäre die Reise angenehm und schön. Auch die Liebsten und Besten haben ihre Fehler und Schwächen, und einer gibt dem anderen zu dulden und zu tragen. Wer immer meint, dass er allein der Lastträger ist, der hat es in der Selbsterkenntnis noch nicht weit gebracht. Hast du es aber wirklich mit der Schwachheit zu tun, so lass es dir nur nicht anmerken, dass du der Stärkere bist; du beleidigst ehr, als dass du besserst; und dieses Nicht- anmerken-lassen wirst du umso besser können, wenn du bedenkst, dass du vielleicht zu anderer Zeit dieselbe Last zu tragen gibst, die du heute glaubst tragen zu müssen. Am besten ist es, wenn jeder sich für einen Schwachen hält und sich von dem Friedefürsten das eigene Herz mit Frieden füllen lässt, - das ist das beste Mittel, das Zanken zu vermeiden.

Wie oft müssen wir erkennen, dass Brüder einträchtig beieinander wohnen, und wir uns den lieben Frieden doch durch unsere eigene Schuld stören! Der Herr Jesus hat allen Hass Seiner Feinde mit Sanftmut getragen, und wir sollten nicht einmal die Schwachheit unserer Brüder tragen können? Oft müssten wir uns schämen bis in den Grund unserer Seele, dass uns das noch immer so schwer wird. Wer hat keinen Grund, sich nicht selbst anzuklagen und sich zu sagen ,,Ich mache es auch nicht besser, und derselbe hoffärtige Geist, der so viel Unfrieden in der Welt anrichtet, wohnt auch in mir."

HErr, hilf uns, diesen unguten Geist zu vertreiben, dass es uns immer besser gelingt, anderen so zu tun, wie wir es uns selbst wünschten, dass sie uns tun, und überall bemüht sind, die Eintracht und den Frieden bewahren zu helfen, die des Geistes Früchte sind.


zurück

© Copyright