"Strafe, drohe, ermahne, mit aller Geduld und Lehre."
2. Timotheus 4, 2.
Die Faulen hassen das Licht.
"Die träge Welt möchte gern auf dem Bett der Gemächlichkeit liegen, die
Vorhänge zuziehen und ruhen; und deshalb ist das Licht ihr lästig. In diesen
Tagen beginnen die Menschen, der Musik des Evangeliums müde zu werden und
dursten und schmachten nach den alten, schlaffen, moralischen Melodien, die von
der Sünde im allgemeinen handeln und die Menschen nicht durch persönliche
Anwendung erzürnen."
Gläubige Prediger sind den Menschen gleich, deren Geschäft es ist, die
schlafenden Arbeiter aufzuwecken und zur Arbeit zu rufen. Der Ton ist denen, die
ein wenig mehr Schlummer wünschen, nicht willkommen; sie wünschen keinen Segen
auf die Häupter des lauten Wächters herab. Doch, wenn sie aufgeweckt werden
und beizeiten an ihre Arbeit gelangen, so haben sie am Ende ein gutes Wort für
den, der sie aufstehen und arbeiten hieß. Der Wächter sollte ein hastiges Wort
von einem Halberwachten nicht beachten; er mag damit zufrieden sein, dass er
später gute Worte von ihm erhalten wird.
Manton hatte Recht in seinem Verdacht, dass die bloße Moralpredigt noch stets ihre Bewunderer haben werde. Viele rechnen es heutzutage dem Prediger als Verbrechen an, erwecklich und persönlich zu sein; sie ziehen einen guten, gesunden Moralisten vor, der den einfachen Leuten ihre Pflichten vorhält und die besseren Herrschaften schlafen lässt. O, dass die Menschen weise wären, denn dann würden sie denjenigen für den besten Prediger halten, der sie mit dem meisten Ernst aus den Betten sündlicher Ruhe herausruft, um das Heil zu suchen und zu finden. Keiner tut dies, außer ein geistlich gesinnter, evangelischer Prediger. Euer "Morallehrer" behauptet vielleicht, sehr praktisch zu sein, und doch, wenn ihr die Resultate seiner Anstrengungen beobachtet, was werdet ihr sehen? Wenn ihr durch ein Mikroskop geblickt habt, so werdet ihr nur sagen: "da ist nichts," denn wahrlich, es sind keine nennenswerten Resultate da. - Die Sünde ist eine Schlange, welche diese Moralisten nicht zähmen können, wie sie sie auch beschwören mögen.
Herr, hilf uns, laut zu rufen und nicht zu schonen, bis die Schlummernden aufstehen; und lass uns Deine Wahrheit als den besten Wecker gebrauchen. Lass Dein Licht auf die Trägen scheinen und sie aufwecken. Wenn dies nicht genügt, o Herr, so donnere über ihnen; und brich durch irgend ein Mittel ihren Todesschlummer.
(nach Th.Manton)
"Vermahnet die Ungezogenen, tröstet die Kleinmütigen,
traget die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann."
1.Thessalonicher 5, 14.
Gemaltes für Gemaltes.
"Ein Predigen, das beim Malen mit Worten stehen bleibt, wird nur gemalte
Gnade erzeugen."
Herr, errette mich davon, bloße Nachahmung eines Christen zu sein, ein Erzeugnis eines nachgeäfften Evangeliums. Gib mir Gründlichkeit und Aufrichtigkeit, und lass nicht meine Religion ein gemalter Prunk sein, in dem ich zur Hölle fahre. Schaffe in mir ein reines Herz, o Gott!
(nach Th.Manton)
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