Was zur Taufe erforderlich ist.
Ich kann
nicht umhin, heute ein Wort über das zu sagen, was Hugo Miller ,,meine Schule und mein
Schulmeister" nennt. In der vorigen Woche war ich in Maidstone in Kent. Es war etwa
um die Zeit, da ich vierzig Jahre früher die Schule verließ, die dort ,,Kolleg"
genannt wurde. Ich meinte, hinübergehen zu müssen, um mir den Ort und besonders einen
Baum anzusehen, der am Fluss Medway steht. Unter jenem Baum habe ich Stunden und Tage und
selbst Wochen zugebracht und ganze Tage lang gelesen. ,,Während der Schulzeit?" Ja,
mein Lehrer war der Ansicht, dass ich unter jenem Baum mehr lernen könne, als in der
Klasse, und er war ein weiser Mann. Er pflegte mir ein Buch zu geben und dann mich mir
selbst zu überlassen; und in voriger Woche stand ich unter jenem Baum und konnte Gott
für seine Barmherzigkeit gegen mich während dieser vierzig Jahre danken, und ich konnte
sagen: ,,Gott, Du hast mich gelehrt von Jugend auf, darum verkündige ich Deine
Wunder." - Als ich so dastand, musste ich auch wieder daran denken, wie ich, bald
nachdem ich jene Schule verlassen hatte, zum Glauben an Christum und zur Ruhe in Ihm und
zum Besitz des ewigen Lebens kam, und ich konnte nicht anders, als Gott dafür danken,
dass ich jene Schule besuchen durfte. Es war eine Schule der englischen Hochkirche. Dem
Umstand, dass ich dort war, verdanke ich es, dass ich jetzt hier bin; es trat schon damals
eine Wendung in meinem Leben ein. Der Katechismus der englischen Kirche hat, wie sich
manche von euch erinnern werden, unter anderem die Frage: ,,Was wird von den Personen
gefordert, die getauft werden sollen?" Und die Antwort, die zu geben ich gelehrt
wurde, lautete: ,,Buße, in welcher sie die Sünde ausgeben, und Glauben, in welchem sie
fest an die Verheißungen glauben, die ihnen in diesem Sakrament gegeben sind," Ich
suchte diese Antwort in der Bibel und fand, dass sie, was die Buße und den Glauben
anbetrifft, ganz korrekt war, und es war ganz natürlich, dass ich, nachdem ich ein Christ
geworden war, auch ein Baptist wurde, und hier bin ich, und ich verdanke es dem
Katechismus der englischen Kirche, dass ich ein Baptist bin. Unter den Kongregationalisten
erzogen, hatte ich mich um diese Dinge bisher nicht gekümmert. Ich hatte mir gesagt,
dass ich als kleines Kind getauft worden sei, und als ich nun der Frage gegenübergestellt
wurde: ,,Was wird von den Personen gefordert, die getauft werden sollen?" und nun
fand, dass Buße und Glauben gefordert werden, da sagte ich mir: ,,Dann bin ich nicht
getauft; dann war jene Säuglingsbesprengung ein Missgriff und ein Irrtum, und wenn es
Gott gefällt, dass ich jemals zur Buße und zum Glauben kommen sollte, dann will ich mich
auch rechtmäßig taufen lassen." Ich wusste nicht, dass es noch einen anderen
Menschen in der Welt gab, der dieselbe Meinung hatte. So fühlte ich mich dankbar für die
kirchliche Schule und für den kirchlichen Katechismus, den ich in Maidstone zu lernen
hatte. Ich wüsste nicht, dass ich mich für irgend eine andere Frage des Katechismus so
dankbar fühlte; diese führte mich dahin, mich aus der Heiligen Schrift davon zu
überzeugen, dass Buße und Glauben erforderlich sind, ehe von einer richtigen Taufe die
Rede sein kann.
Die Pflicht des persönlichen Gehorsams gegen
Christus.
Ihr müsst Jesu einen persönlichen Gehorsam leisten, selbst wenn das
manche schmerzliche Folge haben und auch die zärtlichsten zeitlichen Bande zerreißen
sollte. Ich gedenke eines kleinen Vorgangs in meiner eigenen Geschichte, für welchen ich
Gott zu danken stets Grund und Ursache habe. Das erste, das ich tat, nachdem ich nach
langer Zeit großer Bekümmernis endlich Ruhe in Christo gefunden, war das Neue Testament
zu lesen, um zu erfahren, was der Herr für mich zu tun habe. In Gottes Wort fand ich die
Pflicht der Taufe der Gläubigen. Ehe ich selbst diese Wahrheit entdeckte, war ich noch
nie mit Baptisten zusammengetroffen. Ich hatte noch nicht einmal gehört, ob es überhaupt
welche gebe; so nachlässig waren sie in der Verbreitung ihrer Anschauungen über diesen
Punkt gewesen; aber ich nahm das Neue Testament mit meinem Lexikon zur Hand, um zu sehen,
was das Wort bedeute, und fand, dass das Wort ,,taufen" untertauchen bedeute. In der
Schrift fand ich, dass Gläubige untergetaucht wurden. Ich kannte niemand, der mit mir
gleicher Meinung war; aber das hatte für mich nichts zu bedeuten. Wenn ich nur jemand
finden konnte, der mich taufen wollte! Jedenfalls war ich entschlossen, in der einen oder
anderen Weise meine Pflicht zu erfüllen. Später entdeckte ich, dass es viele gab, welche
in der Heiligen Schrift geforscht hatten und zu demselben Schluss gekommen waren; mir aber
schien es damals, als ob ich mich von allen Christen, die ich kannte, trennen müsse. Habe
ich meinen Schritt jemals bereut? Nein. Wie manche ihn auch als unrichtig verurteilen
mögen - er hat meinem ganzen Geist und Leben eine Richtung gegeben, für welche ich Gott
zu danken Ursache habe. Nachdem ich die Bibel für mich selbst gelesen hatte, stand ich
auf eignen Füßen. Im Gehorsam gegen meinen Herrn und Meister ging ich meinen eigenen
Weg, und von jenem Tage ab wüsste ich nicht, dass ich mich je eigenwillig von dem Recht
abgewendet hätte, sei es nun, es sich um die Lehre oder um die Verordnung handelte.
Ich habe den Glauben gelehrt, wie ich ihn gelernt habe. Wo ich irrte, da geschah es aus
Mangel an Licht, aber nicht aus Mangel an Willen, dem Herrn zu dienen. Wenn ich aber jene
erste Überzeugung unterdrückt und mein Gewissen betäubt hätte, könnte ich dann heute
vor euch stehen und euch erklären, ich mich nicht gescheut habe, euch den ganzen Rat
Gottes zu verkündigen?
Der Christ muss seiner Überzeugung folgen.
Als ich in der Schrift las, die Gläubigen getauft werden sollten, drang diese
Wahrheit in mein Gewissen ein, und als ich anfing, davon zu anderen zu reden, raunten
Freunde mir zu: ,,Es ist ein wahrer Jammer, du mit dieser Frage hervortrittst, in
Bezug auf welche alle deine Freunde so ganz anders denken, als du." Ich habe nie
aufgehört, Gott dafür zu danken, ich hinsichtlich dieser Verordnung des Herrn
durchaus überzeugungstreu gehandelt habe. Manche von euch meinen, es handle sich hier nur
um eine Kleinigkeit. Gut, erwägt diesen Gedanken einen Augenblick; aber wenn ein Mensch
von vornherein bei einer Kleinigkeit seiner Überzeugung nicht getreu ist, so wird die
nächste Folge sein, er seiner Überzeugung auch nicht treu ist, wenn es sich um
große Dinge handelt, und so überschreitet er die Linie, und wenn ihr erst anfangt, um
des Friedens willen oder um einer Beunruhigung aus dem Wege zu gehen oder um einem Freund
zu gefallen, von dem rechten Pfade abzuweichen, so habt ihr einen Lebensweg eingeschlagen,
welcher euch - ich mag es nicht aussprechen, wohin er euch führt. Wenn andere tun, wie es
ihnen gefällt, so bist du für ihr Tun nicht verantwortlich; du aber solltest tun, was du
für recht hältst!
Was wesentlich und was unwesentlich ist.
Wer an Christum glaubt, der nimmt Ihn nicht nur als seinen Heiland, sondern auch als
seinen Herrn an, und deshalb sagt Christus zu ihm: ,,Geh' und tue dies und das!" Wenn
der Mensch sich dessen weigert, so beweist er damit, er nicht die Absicht hat, der
Jünger des Meisters zu sein. ,,O, aber Sie wissen doch," sagt da jemand,
,, die
Taufe etwas Unwesentliches ist." Habe ich dich nicht schon gebeten, solche gottlosen
Reden zu unterlassen? Hast du eine Magd? Gehst du des Morgens früh an dein Geschäft, und
liebst du es, etwa früh um sechs Uhr, ehe du aufbrichst, eine Tasse Kaffee zu trinken?
Das Mädchen bringt dir den Kaffee nicht, und du fragst: ,,Warum erhalte ich meinen Kaffee
nicht?" ,,O," antwortet die Magd, ,,das ist gar nicht wesentlich; Sie können
sehr gut auch ohne eine Tasse Kaffee an Ihr Geschäft gehen." Lass dir solche Antwort
zum zweitenmal gegeben werden oder höre sie auch nur einmal, und du wirst bald
feststellen, was etwa unwesentlich ist. Es dürfte dir ganz unwesentlich sein, ein solches
Mädchen noch länger in deinem Hause zu behalten; du wirst dir ein anderes Mädchen
suchen, denn du sagst dir: ,,Dies ist kein Mädchen für mich; sie spielt sich hier als
Herrin des Hauses auf, denn sie fängt an, meine Anordnungen zu kritisieren und zu sagen,
das eine wesentlich, das andere aber unwesentlich ist." Was verstehst du unter
,,unwesentlich"?" Nun, ich meine damit, ich selig werden kann, ohne gerade
getauft zu werden." Wagst du es, diesen gottlosen Satz zu wiederholen? ,,Ich meine,
ich selig werden kann, ohne ich getauft werde!" Niedrig denkendes
Geschöpf! So willst du also nicht tun, was Christus befiehlt, wenn du, ohne es tun zu
müssen, doch selig werden kannst? Du bist kaum wert, überhaupt selig zu werden. Ein
Mensch, welcher stets für das, was er tut, bezahlt werden möchte, dessen einzige Idee
von der Religion die ist, er nur tun will, was er zu seinem Seligwerden für
wesentlich hält, wird auch nur dafür Sorge tragen seine eigene Haut zu retten, und
Christus kann seinetwegen bleiben, wo Er will.
Geringschätziges Urteilen über Christi
Vorschriften.
Ich glaube, die Gewohnheit, mit den kleinsten Einzelheiten des
Hauses Gottes zu spielen, eine sehr sündliche ist. Ich weiß, das in der Gemeinde
Gottes zu großem Unheil geführt hat. Ich erinnere mich, gehört zu haben, wie ein
Prediger über die Streitfrage der heiligen Taufe sehr leichtfertig sprach. Es machte mir
die Haut schaudern, als er sagte, er für seinen Teil sich um die Taufe so wenig wie
um einige Pfennige kümmere. Ist die Taufe nicht des Herrn Gebot? Irgend eine Art der
Taufe hat Christus jedenfalls angeordnet. Gott verhüte, wir je darüber spötteln
sollten! Wo ist eure Treue gegen Jesus Christus, den Sohn Gottes, wenn ihr über eine von
Ihm gegebene Vorschrift mit den Fingern schnappt? Ihr mögt dafür halten,
sie
gleichgültig ist, aber Er, der sie gegeben, kennt ihre Bedeutung und Wichtigkeit sehr
wohl, denn Er sagte: ,,Wer aber eins dieser kleinen Gebote auflöst und lehrt die Leute
also, wird der Kleinste heißen im Himmelreich." Menschen haben ein neues Sprichwort
gemünzt, durch welches die alten Rechte und Gesetze abgeschafft werden sollen. ,,Im
Himmel gibt's keine Sekten!" so belehrt man uns. Nachdem wir euch einen Text
vorgehalten haben, kommt ihr mit irgend einem Kommentar an und sagt: ,,Diese Punkte sind
wirklich unwesentlich; es würde die Liebe und Eintracht fördern, wenn man sie gänzlich
ignorierte!" Nein, meine Herren; sondern die Punkte, von welchen ihr so leichtfertig
sprecht, sind nicht bloße kleine Flecke am Horizont, sie gleichen mehr den Lichtern am
Firmament des Himmels, die die Nacht vom Tage scheiden; lasst sie auch euch als Zeichen
gelten. ,,Sie sind zur Seligkeit nicht wesentlich," sagt einer. Sei es immerhin so,
und dennoch mögen sie zur Annahme wesentlich sein, antworte ich. Willst du als ein Knecht
eigenwillig sündigen, weil dir keine Strafe angedroht wird? Willst du als ein Schüler in
der Schule Christi seine Gesetze umgehen, weil du ja doch schon der unterste in der Klasse
bist, und weil keiner glaubt, du aus der Schule verwiesen werden wirst? Ist es denn
dahin mit dir gekommen, bekennender Christ, du nur darum besorgt bist, der Hölle zu
entfliehen?
Das Rechte in der rechten Ordnung.
Ihr wisst, selbst gute Dinge befleckt und entstellt werden, wenn man die rechte Ordnung,
in welcher sie geschehen sollten, umkehrt, wenn man nach dem Sprichwort den Wagen vor das
Pferd spannt. Das Abweichen von Gottes Ordnung in geistlichen Dingen hat stets großes
Unheil zur Folge gehabt. Wenn der Herr euch sagt, ihr glauben und dann getauft werden
sollt, und wenn ihr zuerst getauft werdet und dann glauben wollt, so habt ihr die
biblische Ordnung umgekehrt, und ihr seid praktisch ungehorsam gewesen; ihr habt Gottes
Wort überhaupt nicht gehalten. Das Rechte in der rechten Ordnung tun - dem kommt nichts
gleich.
Die gottgewollte Ordnung.
Lass nie die
Ordnung der biblischen Dinge außer acht. Wenn Gott sagt und bestimmt: eins, zwei, drei,
so umstelle du das nicht, indem du sagst: drei, zwei, eins. Ich nehme an, du dir
keine Magd hältst, welcher du es gestattest, deine Anweisungen nach ihrem Belieben
umzuändern. Du sagst zu ihr: ,,Marie, gehe und fege das Empfangszimmer aus, wische es auf
und dann nimm das Staubtuch und staube Tisch und Stühle und Bücher etc. ab!" Wenn
nun Marie nach einiger Zeit zu dir käme und sagte: ,,Madame, ich habe getan, wie Sie
befohlen haben: ich habe den Tisch, das Regal, das Sofa und die Stühle abgestaubt und
dann das Zimmer ausgekehrt" - jede gute Hausfrau hier weiß, was geschieht, wenn ihre
Anweisungen in dieser Weise umgekehrt werden. Nun haben aber viele in der heutigen
christlichen Kirche die Sache also festgestellt: ,,Wer getauft ist und glaubt." - Ich
gehöre zu dieser Klasse von Dienstmädchen nicht; ich wage es nicht, meines Meisters
Anordnungen umzukehren. Ich habe kein Recht, Leute zu taufen, bevor sie nicht an Christum,
als an ihren Heiland, glauben. Beachtet, wie Philippus das dem Kämmerer aus dem
Mohrenland vorhielt. Lest das Neue Testament unparteiisch, und ihr werdet dort stets
finden, die, welche getauft wurden, vorher gläubig geworden waren.
Der König will ganze Soldaten.
Was würde
Ihre Majestät von ihren Soldaten denken, wenn dieselben den Eid der Treue leisten und
doch sagen möchten: ,,Wir erlauben uns, Ew. Majestät zu sagen, wir des Königs Rock
nicht anziehen, sondern viel lieber die Kleidung der Zivilisten tragen werden! Wir sind
durchaus ehrliche und aufrichtige Menschen; aber wir wollen nicht in Reihe und Glied
stehen und als Ihre Soldaten erkannt werden. Wir möchten uns bisweilen in das Lager der
Feinde schleichen und dann auch wieder in Ihrem Lager weilen, und darum ziehen wir es vor,
nichts an uns zu tragen, was uns als Ihre Soldaten kennzeichnen könnte!" O ja,
manche von euch möchten dasselbe Christus gegenüber tun. Ihr möchtet geheime Christen
sein, euch gelegentlich in des Teufels Lager schleichen und dann auch wieder in Christi
Lager zu Hause zu sein, aber von beiden Seiten nicht anerkannt werden. Wohl, wenn ihr
doppelherzig sein wollt, mögt ihr die Verantwortung dafür tragen; ich wollte solches
Risiko nicht auf mich nehmen. Es ist eine sehr ernste Drohung, welche Jesus ausspricht:
,,Des wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn Er kommen wird in der Herrlichkeit
seines Vaters mit den heiligen Engeln." Es ist ein sehr ernstes Ding, wenn Christus
sagt: ,,Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger
sein."
Christi Anordnungen sind nicht unbedeutend.
Ich kannte einen Jüngling, welcher getauft zu werden wünschte, aber seine Freunde
hielten ihn davon zurück. Da wurde er krank und tief darüber bekümmert,
er seinem
Herrn nicht nach Anweisung der Heiligen Schrift bekannt hatte. ,,Aber, Isaak," sagte
seine Mutter, ,,du weißt doch, die Taufe dich nicht selig macht!" ,,Nein,
Mutter," sagte er, ,,das mag sie nicht tun, denn ich weiß, ich gerettet bin;
aber wenn ich Jesus im Himmel sehe, möchte ich nicht, Er zu mir sagte:
>>Jsaak, es war etwas so Geringes, was ich von dir gefordert habe; hast du mich
nicht lieb genug gehabt, um meinen Willen tun zu können?<<" Gerade der
Umstand, eine Anordnung Gottes nicht zu den wesentlichen Dingen gehört,
lässt
meinen Gehorsam deutlich prüfen. Übrigens beachtet bei einem göttlichen Befehl auch die
kleinen Punkte. Wo es sich um den Willen Gottes handelt, gibt es nichts Unbedeutendes.
Sündiger Aufschub.
Sich weigern, recht zu
tun, ist ein großes Übel; aber in dieser Weigerung beharren, bis das Gewissen
hinsichtlich dieser Sache taub und stumm geworden ist, das ist noch viel schlimmer. Ich
erinnere mich eines Mannes, welcher im Lauf einer Unterhaltung sagte, er seit vierzig
Jahren an den Herrn Jesus gläubig sei und er auch stets anerkannt habe,
die
Vorschrift der Taufe biblisch sei. Es betrübte mich tief, er einer klar erkannten
Pflicht so lange ungehorsam geblieben war, und ich riet ihm, sich sogleich taufen zu
lassen. Es war ein Dorf, wo wir uns befanden, und er meinte, es dort doch wohl an der
nötigen Vorkehrung fehlen dürfe. Ich bot ihm an, mit ihm nach einem Teich zu gehen und
ihn dort zu taufen, aber er sagte, er glaube nicht, es nun mit einem Male so sehr
eile. Hier war einer, welcher seinem Herrn eigenwillig ungehorsam war, und viele Jahre
hindurch ungehorsam war in einer Sache, die er so leicht erfüllen konnte. Selbst nachdem
er seinen Fehler bekannt hatte, hatte er noch nicht Lust, ihn gut zu machen, sondern
verkehrte noch ein anderes Gotteswort, um seinen auch weiterhin bleibenden Aufschub zu
entschuldigen, indem er vorwandte: ,,Wer glaubt, hastet nicht."
Die Verpflichtung, welche die Taufe auferlegt.
Vor mehreren Wochen stand ich mit einem Mann Gottes an jenem Taufbassin, und er sagte zu
mir: ,,Ich wage es nicht, mich taufen zu lassen, obgleich ich davon überzeugt bin,
es eine biblische Anordnung ist; aber ich fürchte, ich nicht imstande sein werde,
den Verpflichtungen entsprechend leben zu können." Meine Antwort an ihn war: ,,Ist
das nicht gerade ein Grund, aus welchem Sie sich Gott sofort übergeben sollten? Denn je
mehr wir uns zu einem heiligen Leben verpflichtet fühlen, desto besser ist es für
uns." ,,Ich habe dir Gott gelobt!" Wenn das Bekenntnis unseres Glaubens an
Christus uns Schranken setzt, so wollen wir das nicht beklagen. Wir bedürfen solcher
Schranken. Wenn wie uns verpflichtet fühlen, es sehr genau zu nehmen, so kommt dies
daher, wir einem sehr präzisen Gott dienen, und wenn wir uns verpflichtet fühlen,
eifriger zu sein, so hat das darin seinen Grund, wir einem eifersüchtigen Gott
angehören. Ihr Mitglieder dieser Gemeinde, wenn die Welt auf euren Wandel achtet, so bin
ich ihr dafür dankbar. Es gereicht ebenso zu unserer Wohlfahrt, Engelsaugen auf uns
gerichtet zu wissen.
Das Symbol der Taufe.
Unter dem alten
Gesetz war die Beschneidung das Symbol des Hinwegtuns der Unreinigkeit des Fleisches, so
, nachdem diese Unreinigkeit hinweggetan war, das Fleisch möglichenfalls gebessert
werden könne. Jetzt aber unter dem neuen Bunde haben wir ein viel tieferes und besseres
Symbol, denn ,,wisst ihr nicht, alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die
sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit Ihm begraben durch die Taufe in den Tod,
auf , gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des
Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln." Der alte Mensch ist wie
ein Totes begraben, aus welchem kein Gutes kommen kann. ,,Dieweil wir wissen,
unser
alter Mensch samt Ihm gekreuzigt ist, auf der sündliche Leib aufhöre,
wir
hinfort der Sünde nicht dienen." Wer bei Selbstbeschauung und Selbstbetrachtung in
sich Trost sucht, könnte ebensowohl Eisblöcke zusammenschleppen, um damit eine Stadt zu
verbrennen. Wer sich, seine Gefühle, seine Gedanken und Phantasien durchsucht, um darin
irgendwelchen Trost für sich zu entdecken, könnte noch viel eher hoffen, im
Straßenkehricht kostbare Diamanten zu finden.
Ein einfältiges Bekenntnis.
Yam Sing, der
sich bei der Baptistengemeinde in San Francisco um die Taufe und um die Mitgliedschaft
bewarb, wurde zuvor hinsichtlich seiner gemachten Erfahrungen geprüft und auf die Frage:
,,Wie sind Sie denn dazu gekommen, den Herrn Jesus zu suchen und zu finden?" gab er
die Antwort: ,,Ach, ich habe Ihn gar nicht gesucht; Er hat mich gesucht und da hat Er mich
und ich habe Ihn gefunden!" Er wurde aufgenommen.
Zu jung, um getauft zu werden.
In einer
chinesischen christlichen Familie zu Amoy bat ein kleiner Knabe, das jüngste von drei
Kindern, seinen Vater, sich um die Taufe bewerben zu können. Sein Vater antwortete ihm,
er zu jung dazu sei. Darauf gab er die rührende Antwort: ,,Jesus hat versprochen,
die Lämmer in seinen Arm zu sammeln und in seinem Busen zu tragen. Ich bin nur ein
kleiner Knabe; so wird es Ihm umso leichter sein, mich tragen zu können."
- Ein Vater sagte zu seinem Sohn, der getauft zu werden wünschte, er noch zu jung sei, um in die Gemeinde aufgenommen werden zu können; er müsse es zuvor deutlich kundtun, sein Glaube an Jesus ein neues, kräftiges Leben bewirkt habe. Als beide eines Tages ins Feld gingen, sahen sie ein Lamm, das sich verirrt hatte und nach der Schafmutter blökte. Der Vater sagte zu seinem Söhnchen: ,,Wir wollen das Lämmchen mitnehmen und es in den Stall zu dem Mutterschaf bringen." Der Knabe erwiderte: ,,Lieber Vater, wollen wir es nicht lieber sechs Monate auf dem Feld lassen, um zuzusehen, ob es auch am Leben bleiben wird? Wenn es stark genug ist und das Leben behält, können wir es ja nachher nach dem Stall bringen." Der Vater fühlte die Wahrheit, die in diesen Worten lag. Sie drang ihm ins Herz, und er sagte: ,,Nein, wir wollen das Lamm doch heim tragen, und ich will nichts dagegen einwenden, wenn du dich um Aufnahme in des Herrn Herde melden willst." ,,Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes."
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