C.H.Spurgeon

"Und sie ließen die Lade Gottes auf einem neuen Wagen führen
aus dem Hause Abinadabs." 1.Chron. 13,7.
"Dazumal sprach David: Die Lade Gottes soll niemand tragen
außer den Leviten; denn diese hat der HERR erwählt, dass sie
die Lade Gottes tragen und ihm dienen ewiglich." 1.Chron. 15,2.

An der Oberfläche dieser Stelle liegt die Widerlegung eines sehr allgemeinen Irrtums: dass Gott etwas annimmt, und wäre es auch etwas Verkehrtes, wenn es nur aus einem richtigen Beweggrund geschieht. Der allgemeine Irrtum der Zeit ist dieser: "Ich zweifle nicht daran," sagt jemand, "dass, wenn ein Mensch ein guter Mohammedaner ist und sich nach dem hält, was er weiß, er in den Himmel kommen wird." "Ja," sagt ein anderer, "und wenn er ein guter römischer Katholik ist, und wenn er sich nach dem hält, was er weiß, so ist er sicher." "Jawohl," sagt noch ein anderer, "wir dürfen einander nicht hart richten; ohne Zweifel sind auch die, die sich vor Juggernaut beugen, wenn sie nach dem leben, was sie wissen, auch selig." Wollt ihr die Teufelsanbeter und die Schlangenanbeter auch mit aufzählen? Ihr müsst sie alle einlassen. Ihr habt die Tür weit genug aufgetan, um alle einzulassen. Und die Thugs, die in Indien umhergehen und dem Menschen die Kehle durchschneiden - sie tun es aus Prinzip, es ist ein Teil ihrer Religion, und sie halten es für Recht - meint ihr, dass sie auch in den Himmel eingehen werden, weil sie getan haben, was sie für Recht hielten? "Nein," sagt der eine, "so weit will ich denn doch nicht gehen." Ja, aber wenn das Prinzip in dem einen Fall richtig ist, dann ist es das auch in einem anderen.

Aber das ist alles Betrug und Falschheit. Gott hat uns die eine wahre Religion gelehrt, und einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist. Wir sind Gott für unseren Glauben verantwortlich; wir sind verpflichtet zu glauben, was Er uns zu glauben befiehlt, und unser Urteilsvermögen ist ebenso verpflichtet, sich dem Gesetz Gottes zu unterwerfen, wie jede andere Kraft unseres Wesens. Wenn wir vor Gott treten, ist es keine Entschuldigung für uns, wenn wir sagen: "Mein Herr, ich habe unrecht getan; aber ich war der Meinung, dass ich Recht täte." "Ja, aber ich habe dir mein Gesetz gegeben, und du hast es nicht gelesen, oder wenn du es gelesen hast, so hast du es so sorglos gelesen, dass du es nicht verstanden und so Unrecht getan hast, und nun sagst du mir, dass du es aus einem richtigen Beweggrund getan hast. Aber das hat gar keinen Zweck."

Überdies, meine lieben Brüder, bin ich mir nach allem hinsichtlich der Richtigkeit eurer Beweggründe nicht sicher. Der Staat hat eine Proklamation veröffentlicht, die nach der Weise der alten Römer in Erz eingegraben ist. Ein Mensch geht mit seiner Feile daran, an dem Erz herumzufeilen und hier etwas wegzunehmen und dort etwas hinzuzufügen. Er sagt: "Ich habe es aus einem rechten Beweggrund getan; ich hielt das Gesetz nicht für gut; ich dachte, es sei für diese Zeit zu altmodisch, und so dachte ich, ich wollte es ein wenig abändern und es für das Volk besser gestalten." Wer bist du, dass du es wagst, auch nur einen einzigen Buchstaben des Buches Gottes anzurühren, das Gott mit jenem furchtbaren Satz umzäunt hat, in welchem geschrieben steht: "So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil von dem Buch des Lebens und von der heiligen Stadt und von dem, das in diesem Buch geschrieben steht." Tatsache ist, dass es nur einen Weg und nicht fünfzig Wege zum Himmel gibt; dass es nicht zwei Tore, sondern nur ein Tor gibt, das in den Himmel einführt. Christus ist der Weg. Vertrauen auf Christus ist der Pfad zum Paradies.

 


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"Die Taufe der Wiedergeborenen und die Wichtigkeit der kleinen Dinge im christlichen Glauben", Charles Haddon Spurgeon